Stopp der tödlichen Manipulation an Maschinen
Manipulierte
Schutzeinrichtungen an Maschinen sind in Deutschland jährlich der Grund
für etwa zehntausend zum Teil schwere und tödliche Unfälle an
Maschinen. Ein neues Internetportal will jetzt dabei helfen, diese
Unfälle zu vermeiden. Es richtet sich an Hersteller, Händler und
Betreiber von Maschinen.
Die Zahlen sind alarmierend. Manipulierte Schutzeinrichtungen an
Maschinen sind in Deutschland jährlich der Grund für etwa zehntausend
zum Teil schwere und tödliche Unfälle an Maschinen.
Um diesem gefährlichen Trend entgegen zu wirken, gibt es das neue Internetportal www.stopp-manipulation.org des Instituts für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA).
Eine
Untersuchung der IFA aus dem Jahr 2006 hat bereits gezeigt: Ein Drittel
aller Schutzeinrichtungen werden manipuliert. Die Folge sind schwere,
teils tödliche Unfälle der Maschinenbediener. Gleichzeitig kommt es zu
Produktionsausfällen, die hohe Kosten verursachen können.
Schnelleres Arbeiten durch manipulierte Schutzeinrichtungen?
"Im
Endeffekt geht es dem, der Schutzeinrichtungen manipuliert, immer
darum, den Arbeitsprozess zu beschleunigen", erklärt Dr. Michael
Schaefer, Experte für Maschinenschutz im IFA. Der Wunsch nach
schnellerem Arbeiten könne aber ganz verschiedene Ursachen haben. Sie
reichen von baulichen und technischen Merkmalen der Maschine, zum
Beispiel schlechte Sicht auf den zu kontrollierenden Arbeitsprozess, bis
zu organisatorischen Bedingungen, wie hohem Stückzahlendruck.
Neu: Informationen für Hersteller, Händler und Betreiber
Für
das neue Internetportal hat das IFA gemeinsam mit in- und ausländischen
Partnern Tipps gegen Manipulation zusammengetragen. Sie richten sich an
alle, die Einfluss darauf haben, wie Maschinen gestaltet und benutzt
werden: vom Hersteller, über den Händler bis zum Betreiber.
"Um den vielfältigen
Ursachen vorbeugen zu können, müssen wir alle Beteiligten ins
Boot holen", erläutert Dr. Michael Schaefer.
Genau das macht die neue Internetplattform: Hier erfährt der Hersteller
, wie er vorhersehbare Fehlanwendungen einer Maschine schon bei der Konstruktion berücksichtigen kann. Der Händler
lernt, wie er Kunden beim Kauf optimal berät, die
Maschinenbediener umfassend schult oder bei Fehlverhalten reagiert. Und
der Betreiber
erhält nicht nur eine Checkliste für den Maschinenkauf, sondern auch
Informationen darüber, wie sich Manipulationsursachen systematisch
ermitteln und beseitigen lassen. Über Kommentarfunktionen auf allen
Seiten kann der Nutzer eigene Erfahrungen einbringen. Beispiele aus der
Praxis und zahlreiche Links runden das Angebot ab.
Quelle: DGUV
=======================================================================================
Gehörschutz - Bitte um Ruhe
Nach
Schätzungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
(BAuA) sind rund 5 Millionen Menschen in Deutschland bei der Arbeit
häufig starken Geräuschbelastungen ausgesetzt. Persönliche
Schutzmaßnahmen wie das Tragen von Gehörschützern können die
gesundheitsschädlichen Lärmrisiken im Betrieb reduzieren — sofern sie
richtig auf- und eingesetzt werden.
"In der Praxis wird der Gehörschutz oft nicht richtig verwendet. Nur
regelmäßiges Üben kann hier auf Dauer die Schutzwirkung verbessern",
erläutert Dr. Martin Liedtke, Leiter des Fachbereichs Arbeitsgestaltung –
Physikalische Einwirkungen, beim Institut für Arbeitsschutz der
Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA). Beim Aufsetzen oder
Einsetzen des Gehörschützers kann man durchaus Fehler machen. Wer zum
Beispiel den Stöpsel nicht richtig in den Gehörgang einführt – sodass
beispielsweise die Hälfte aus dem Ohr herausragt –, riskiert die
Schutzwirkung.
Richtig stöpseln
- Mit einer Hand um den Kopf greifen. Die Ohrmuschel nach hinten und etwas nach oben ziehen
- Stöpsel zwischen den Fingern der anderen Hand dünn zusammenrollen und tief genug in den Gehörgang einführen
- Nicht
direkt loslassen, sondern den Stöpsel so lange mit den Fingern im Ohr
fixieren, bis er sich vollständig an den Gehörgang angelegt hat – das
dauert mindestens zehn Sekunden
Nur so lassen sich die Dämmwerte erreichen, die der Hersteller angegeben hat.
Artenvielfalt beim Gehörschutz
In
Bezug auf Design, Ergonomie und Akustik sind Gehörschützer heute
Hightechprodukte. Ob Gehörschutzstöpsel, Schnurstöpsel,
Kapselgehörschützer, Bügelstöpsel oder individuell angepasste
Otoplastiken: Die große Auswahl erleichtert es, einen Gehörschützer zu
finden, der zur jeweiligen Person und zum Arbeitsumfeld passt. Für
Tiefbauer beispielsweise, die bei Straßenverkehr Reparaturen ausführen,
kommen nur Gehörschützer infrage, die eine Verständigung untereinander
und die Wahrnehmung der Umfeldgeräusche zulassen.
Auf
Passgenauigkeit, Bequemlichkeit, leichte Handhabung und Verträglichkeit
der Gehörschützer mit anderen Schutzvorrichtungen, zum Beispiel
Schutzbrille oder Helm, sollte man viel Wert legen. Aber auch die
Schalldämmung ist zu berücksichtigen. "Die Schalldämmung, die der
Hersteller angibt, bezieht sich auf Messungen unter optimalen
Laborbedingungen. Deshalb gibt es die Korrekturwerte, um die
Herstellerangaben zu präzisieren", erklärt Liedtke.
Den richtigen
Gehörschutz mit der passenden Schalldämmung für den jeweiligen
Arbeitsplatz auszuwählen, fällt in den Zuständigkeitsbereich der
Präventionsexperten im Betrieb. Das können beispielsweise die Fachkraft
für Arbeitssicherheit, der Betriebsarzt und der Vorgesetzte sein.
Wird
ein Tages-Lärmexpositionspegel von 80 dB(A) erreicht, muss der
Arbeitgeber die Beschäftigten über die Gefährdungen durch Lärm
unterweisen und geeigneten persönlichen Gehörschutz zur Verfügung
stellen. Ab einer ständigen Geräuschkulisse von 85 dB(A) ist das Tragen
von Gehörschutz Pflicht, Lärmbereiche müssen gekennzeichnet und
arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen regelmäßig durchgeführt
werden.
Lärmschwerhörigkeit zählt zu den häufigsten Berufskrankheiten
Jedes
Jahr werden rund 5.000 neue Fälle berufsbedingter Lärmschwerhörigkeit
durch die Unfallversicherungsträger anerkannt. Abgesehen vom Risiko,
einen Hörschaden zu erleiden, kann Lärm unter anderem Leistungsdefizite,
Schlafstörungen oder Herz-Kreislauf-Krankheiten begünstigen.
Stressgeplagte Ohren benötigen daher täglich ihre Pausen, damit sich das
Gehör von den ständigen Lärmbelastungen erholen kann.
Alles in
allem gilt: Vollständigen Schutz garantieren Gehörschützer nur dann,
wenn sie in Lärmbereichen ohne Unterbrechung benutzt werden. Wer sie
immer mal wieder ablegt, und sei es auch nur für kurze Zeit, riskiert
unheilbare Gehörschäden.
Mehr Informationen
Welchen Belastungen das Ohr am Arbeitsplatz ausgesetzt ist, erläutern unter anderem das DGUV Arbeit & Gesundheit Themendossier "Lärm" sowie die Unterrichtsmaterialien "Gehörschutz: Ohrenalarm", die Sie im Internetportal "DGUV Lernen und Gesundheit" unter www.dguv.de/lug finden.
Quelle: DGUV 05.09.2011
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Pressemitteilung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und
Arbeitsmedizin
48/11 vom 23. August 2011
Service: Damit die Arbeit trotz Hitze erträglich bleibt
----------------------------------------------------------------------------------
BAuA gibt Tipps für Sommertage
Dortmund - Je stärker die Temperaturen draußen ansteigen,
umso mehr sinkt am Arbeitsplatz die Lust auf Arbeit. Wie sich Arbeitnehmer am
besten gegen zu hohe Temperaturen wappnen können und was Arbeitgeber
berücksichtigen müssen, erklärt die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und
Arbeitsmedizin (BAuA) in Dortmund. Dabei geht es nicht nur darum, die Kleidung
bei steigendem Thermometer anzupassen, sondern auch um die Frage, ob
Beschäftigte einen Anspruch auf "Hitzefrei" und kalte Getränke haben.
Die Hitze wirkt sich nicht nur auf die Motivation am
Arbeitsplatz aus, sondern kann auch gesundheitliche Probleme bereiten: Neben
erhöhter Schweißabgabe sind Herz-Kreislaufbelastungen möglich. Studien belegen
ein erhöhtes Unfallrisiko bei hohen Temperaturen. "Beschäftigte haben
jedoch keinen direkten Rechtsanspruch auf klimatisierte Räume oder
'Hitzefrei'", sagt Dr. Kersten Bux, Klima-Experte der BAuA. Der
Arbeitgeber sei nach dem Arbeitsschutzgesetz dazu verpflichtet, eine Gefährdung
für Leben und Gesundheit möglichst zu vermeiden und verbleibende Gefährdungen
gering zu halten. "Konkrete Hilfestellungen bietet die Arbeitsstättenregel
ASR A3.5 Raumtemperatur", erklärt Dr. Bux. "Arbeitgeber
können davon ausgehen, dass sie rechtssicher handeln, wenn sie sich an die
Vorgaben der Regel halten. Klettert die Lufttemperatur im Arbeitsraum über die
26 Grad-Marke, sollen Arbeitgeber wirksame Maßnahmen ergreifen, ab 30 Grad
müssen sie sogar."
Das bedeutet aber nicht, das gleich eine Klimaanlage
eingebaut wird, um für Abkühlung zu sorgen. Geschlossene Räume lassen sich über
Nacht oder in den frühen Morgenstunden durch Lüftung auskühlen und tagsüber
durch Verschattung der Fenster vor Überwärmung schützen. Elektrische Geräte,
die Abwärme produzieren, können beispielsweise nur bei Bedarf in Betrieb
genommen werden. Gegen störende direkte Sonneneinstrahlung helfen auch außen
liegende Jalousien oder hinterlüftete Markisen sowie innen liegende Rollos aus
hellem oder hoch reflektierendem Material. Ein weiterer Schritt kann ein
flexiblerer Umgang mit den Arbeitszeiten sein. "Schwere körperliche Arbeit
in den heißen Stunden sollte man vermeiden oder verringern und mit kurzen
Ruhephasen unterbrechen", rät BAuA-Experte Bux weiter. Zusätzliche kurze
Pausen von rund zehn Minuten und die Nutzung von Gleitzeitregelungen sind
ebenfalls ratsam.
Vor allem werdende oder stillende Mütter, Frauen an
Steharbeitsplätzen, ältere und gesundheitlich gefährdete Beschäftigte - wie
chronisch Kranke, Menschen mit bestimmter Behinderung oder medikamentöser
Behandlung - benötigen besonderen Schutz vor zu hohen Temperaturen am
Arbeitsplatz. Darum ist für diese Gruppe bereits ab Temperaturen von 26 Grad
eine angepasste Gefährdungsbeurteilung vorzunehmen.
Wer viel schwitzt, muss auch ausreichend trinken.
Besonders geeignete Getränke sind laut Dr. Bux Trink- und Mineralwasser mit
wenig Kohlensäure, Kräuter- und Früchtetee sowie verdünnte Fruchtsäfte. Normal
sind je nach Körpergewicht 1,8 bis 2,5 Liter pro Tag. Bei Sommerhitze im Büro
sollte mindestens ein Liter mehr getrunken werden. "Sehr kalte Getränke
und Eiswürfel sollte man möglichst nur in geringen Mengen und in kleinen
Schlucken zu sich nehmen", so der Experte. Schlechte Durstlöscher sind
hingegen Milch, Energydrinks und Trendgetränke wie sogenannte
"Smoothies". Was im Sommer viele ungern hören, aber wahr ist:
alkoholhaltige Getränke fördern den Wasserverlust des Körpers und sollten
besser gemieden werden. Als Mahlzeit sind besonders leichtverdauliche Obst- und
Gemüsesalate, kalte Suppen wie "Gazpacho" (kalte Suppe aus Gemüse)
oder auch halbe Portionen zu empfehlen. Eine Banane ist beispielsweise gut
geeignet, um den Mineralstoffhaushalt schnell auszugleichen.
Wichtigster Tipp des BAuA-Experten Bux: "Nicht jeder
verträgt Wärme gleich gut und sollte seine Körpersignale beachten und bei
ersten Anzeichen wie Unwohlsein, Schwäche oder Schwindel kühlere Bereiche
aufsuchen."
Ausführliche Hinweise gibt es auf der BAuA-Internetseite www.baua.de/sommertipps. Wer diese
Tipps beachtet, kann den Hochsommer entspannter erleben. Und neben all diesen
genannten Gesundheitsmaßnahmen kann auch der einfache Gedanke an den
anschließenden Besuch im Freibad die Zeit am Arbeitsplatz erträglicher machen.
---------------------------------------------------------------------------------
03.06.2011 Pressemitteilung Unfallklinik Tübingen (BG Klinik)
Verletzungen kühlen – aber richtig!
Das Kühlen von Verletzungen, die sogenannte Kälteanwendung oder Eistherapie,
ist eine physikalische Standardmaßnahme, die auch im häuslichen Bereich einfach
und effektiv angewendet werden kann. Die Experten der
Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Tübingen (BG Klinik) geben Tipps zum
richtigen Vorgehen.
„Das Kühlen mit Eis hat verschiedenste Wirkungen auf das behandelte Gewebe“,
erklärt Prof. Dr. Ulrich Stöckle, Ärztlicher Direktor der BG Klinik. „Es wirkt
lokal abschwellend, lindert Schmerzen und verbessert die Durchblutung der
Muskulatur und des umliegenden Gewebes. Außerdem verbessert es die
Kontraktions- und Entspannungsfähigkeit der Muskulatur. Dadurch vergrößert sich
das Ausmaß aktiver Bewegungen und die gesamte Bewegungsausführung wird erleichtert.“
Eistherapie zu Hause
„Zur
Behandlung von Schwellungen sollte möglichst ein Eisbeutel eingesetzt werden“,
empfiehlt Harry Belzl, Physiotherapeut und Leiter des Therapiezentrums der BG
Klinik. „Der Eisbeutel kann leicht selbst hergestellt werden und ist einfach zu
handhaben. Man nehme einen Plastikbeutel und fülle ihn mit gestoßenem Crush-Eis
oder zerstoßenen Eiswürfeln und mische Wasser dazu, so dass ein
Eis-Wassergemisch entsteht.“ Der Beutel sollte nicht zu prall gefüllt sein,
damit er gut an den Körper anmodelliert werden kann. Belzl: „Der Beutel sollte
gut verschlossen sein, damit er nicht leckt und den geschwollenen Körperteil
sollte man möglichst erhöht lagern, über Herzhöhe.“
Mit Eis nur tupfen
„Um
mit der Kältetherapie einen positiven Effekt zu erzielen, sollte die Verletzung
mit dem Eisbeutel nur abgetupft werden“, sagt Physiotherapeutin Susanne
Schänzlin. „Beginnen Sie körpernah und tupfen Sie dann langsam nach körperfern,
also zum Beispiel von der Hüfte zum verletzten Knie.“ Die Haut sollte sich
hierbei kühl, aber nicht eiskalt anfühlen. Nach der Kühlung sollte man eine
Kühlpause einlegen, bis sich die Haut wieder erwärmt hat. Schänzlin: „Während
der Kühlpause sollte man den betroffenen Körperteil, so weit möglich, schonend
aktiv bewegen. Hierdurch wird der Abfluss von Gewebeflüssigkeit angeregt. Dies
reduziert Schwellungen und regt die Durchblutung an.“ Dieser Vorgang sollte pro
Anwendung zwei- bis viermal wiederholt werden. Insgesamt sollten pro Tag zwei
Kälteanwendungszyklen gemacht werden.
Vorsicht Kälteschäden!
Nicht
geeignet ist die Kältetherapie für Patienten mit arteriellen
Durchblutungsstörungen oder Arterienerkrankungen, offenen Hauterkrankungen,
schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Gefühlsstörungen. Grundsätzlich
sollte nur auf warmer Haut gekühlt werden. Kühle Haut muss vor der Behandlung
durch Bewegung erwärmt werden. Zum Schluss gibt Prof. Stöckle noch einen
wichtigen Hinweis: „Lassen Sie den Eisbeutel nie längere Zeit auf der Haut
liegen! Dies kann zu Kälteschäden wie kleinen Erfrierungen an der Haut oder
Sensibilitätsstörungen führen. Am besten immer ein Tuch zwischen Haut und
Eisbeutel legen, um dies zu vermeiden. “
==============================================================
Fränkischer Tag 22.10.2010
Radlader überrollt Landwirt
"Elsenberg - Bei einem tragischen Unfall kam am Donnerstagvormittag
ein 55-jähriger Landwirt ums Leben, nachdem nachdem er gegen 10
Uhr von einem Radlader überrollt worden war.
Der Landwirt aus Pinzberg war mit seinem Schlepper auf dem Gelände
eines landwirtschaftlichen Unternehmens, um Futtermittel zu laden. Deshalb
fuhr ein 51-jähriger Mitarbeiter des Betriebes einen Achttonner
Radlader rückwärts aus einer Fahrzeughalle, um aus einer benachbarten
Halle das verlangte Futter zu holen und anschließend auf den Schlepper
zu laden.
Vermutlich war der Auftraggeber zu Fuß in Richtung Einfahrt Fahrzeughalle
gelaufen, als ihn der rückwärts ausfahrende Radlader erfasste
und überrollte. Dabei zog sich der Landwirt schwerste Kopfverletzungen
zu, denen er trotz Reanimierungsmaßnahmen des Notarztteams noch
am Unfallort erlag...."
Ohne eine Wertung dieses tragischen Unfalls vorzunehmen - warum ereignen
sich immer wieder derartige Vorkommnisse?
Radlader fallen in den Anwenungsbereich der BGR 500, Kapitel 2.12
Erdbaumaschinen.
(Punkt 3.3.1) "Im Gefahrbereich von Erdbaumaschinen dürfen
sich Personen nicht aufhalten."
(Punkt 3.3.2) "Der Maschinenführer darf mit der Erdbaumaschine
Arbeiten nur ausführen, wenn sich keine Personen im Gefahrbereich
aufhalten."
anderenfalls..".hat der Unternehmer auf der Grundlage einer Gefährdungsbeurteilung
Maßnahmen festzulegen.
Solche Maßnahmen können beispielsweise sein:
technisch:
zusätzliche Einrichtungen zur Verbesserung der Sicht;
organisatorisch:
Einsatz von Einweisern oder Sicherungsposten;
ergänzend personenbezogene Maßnahmen, wie das Tragen von
Warnwesten.
(Punkt 3.7.1) Ist die Sicht des Maschinenführers auf seinen Fahr-
und Arbeitsbereich durch einsatzbedingte Einflüsse eingeschränkt,
muss der Maschinenführer eingewiesen werden, oder der Fahr- und
Arbeitsbereich ist durch eine feste Absperrung zu sichern."
Gemäß § 9 STVO:
(5) Beim ... Rückwärtsfahren, muss sich der Fahrzeugführer
darüber hinaus so verhalten, dass eine Gefährdung anderer
Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen ist; erforderlichenfalls hat er sich
einweisen zu lassen.
ISO 5006 "Erdbaumaschinen - Sichtfeld-Testverfahren und
Anforderungskriterien":
Der Fahrer muss auch einen leicht gebückten Menschen, der im Abstand
von 1,0 Meter zur Baumaschine arbeitet, sehen können. Ist das nicht
möglich, sind für diese Maschinen besondere Schutzmaßnahmen
zu ergreifen oder die Maschine ist entsprechend nachzurüsten.
Deshalb sollte bereits beim Kauf der Maschine darauf geachtet werden,
dass die Norm ISO 5006 = Technische Regel erfüllt wird.
Ein einfaches akustisches Warnsignal, beispielsweise beim Rückwärtsfahren,
reicht nicht aus. Weitaus wichtiger ist die Sicht, z.B. durch Kamera-Monitorsysteme.
Bitte sprechen Sie mit uns, BEVOR etwas passiert. Wir unterstützen
Sie gern!
================================================================================
Jedes Jahr tausende Unfälle an Kreissägen
auf Baustellen
BG BAU-Kampagne "Sicher unter der Haube"
Eine Sekunde Unaufmerksamkeit, ein falscher Griff und einige Finger,
manchmal
sogar die ganze Hand, sind abgesägt. Was folgt ist ein langer Leidensweg,
oft bleibende Schäden und eine eingeschränkte Erwerbsfähigkeit.
Mehrere tausend Beschäftigte sind in Deutschland jedes Jahr Opfer
von Kreissägenunfällen. Doch viele davon wären vermeidbar,
wenn die vorhandenen Schutzeinrichtungen richtig genutzt würden.
Wirksam sind zudem selbsttätig absenkende Schutzhauben, die bereits
am Markt
angeboten werden. Damit können auch vorhandene Baukreissägen
nachgerüstet
werden. Darauf hat die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU)
im Rahmen ihrer Aktion "Sicher unter der Haube" hingewiesen.
Allein in den letzten 5 Jahren verletzten sich über 10.000 Beschäftigte
an Baustellenkreissägen, viele davon schwer. Fast die Hälfte
aller Unfallopfer haben eine Minderung der Erwerbsfähigkeit von
20 % und darüber. Die Behandlung ist aufwändig: Finger müssen
angenäht, Gefäße, Sehnen und Nerven behandelt und Glieder
häufig verschraubt werden. Nach der Wundheilung und oft wochenlanger
stationärer Pflege folgen Monate mit Ergotherapie und Krankengymnastik.
Nicht selten bleiben Schäden zurück. Viele Unfallopfer klagen
auch nach Jahren über Ruheschmerzen, Kältegefühl in den
betroffenen Fingern, eingeschränkte Beweglichkeit von Gelenken
und verminderte Kraft in Armen und Händen.
Neben dem Leid der Unfallopfer entstehen allen Beteiligten hohe Kosten.
Außer der Lohnfortzahlung muss ein Unternehmen nach einem Unfall
mit einem Beitragszuschlag von bis zu 30 % des Jahresbeitrages rechnen.
Macht dieser Beitrag z.B. 50.000 € aus, kann schnell ein Zuschlag
von bis zu 15.000 € anfallen. Die Solidargemeinschaft aller Beitragszahler
kommt außerdem für Unfalltransporte, Heilbehandlung, Verletztengeld
und orthopädische Hilfsmittel auf. Kosten pro Fall von 50.000 €
und darüber sind keine Seltenheit. Dazu
kommen noch die laufenden Rentenzahlungen.
Dabei sind viele Unfälle an der Kreissäge vermeidbar: Grundvoraussetzung,
so die BG BAU, sind der richtige Umgang nach der Bedienungsanleitung
sowie eine umfassende Unterweisung der Beschäftigten.
Wenn die Unternehmen ihrer Verantwortung zur ständigen Kontrolle
nachkommen und auch für die persönliche Schutzausrüstung
sorgen, ist bereits ein wesentlicher Teil der Prävention geschafft.
Ebenfalls wichtig sind fortlaufende technische Prüfungen sowie
ein regelmäßiger Check, ob die Schutzhaube und der Spaltkeil
in Ordnung und die Anschläge einsatzbereit sind und ob der Schiebestock
griffbereit ist.
Besonders wirksam ist der Einsatz von selbsttätig schließenden
Schutzhauben, die inzwischen von verschiedenen Herstellern angeboten
werden: Erhebungen in der Schweiz zeigten, dass 3 von 4 Unfällen
an Kreissägen durch solche Schutzhauben vermieden werden könnten.
Deshalb hat die Schweizerische Unfallversicherung (SUVA) eigens für
den Baustellenbetrieb den Hauben-Typ "B90" entwickelt. Gegenüber
allgemein gebräuchlichen Hauben hat dieser Typ gleich mehrere Vorzüge:
o Die Haube senkt sich selbsttätig in die Schutzstellung bis auf
den Maschinentisch ab.
o Beim Zuführen des Werkstücks stellt die Haube sich automatisch
auf die Dicke des Holzes ein.
o Sie ist fast durchsichtig und erlaubt die Sicht auf die Schnittstelle.
Einwände mit Hinweis auf die Kosten können schnell zerstreut
werden:
Wenn ein Unternehmen nur einen einzigen schweren Kreissägen-Unfall
vermeidet, spart es ausreichende Mittel ein, um viele Maschinen nachzurüsten
oder die Mehrkosten bei Neuanschaffung begleichen zu können.
================================================================================
Ausbildung für Bediener von Hubarbeitsbühnen
Gerade erschienen ist der DGUV Grundsatz 966 "Ausbildung und Beauftragung
der Bediener von Hubarbeitsbühnen". Der von vielen Fachleuten
und Betreibern lange erwartete Grundsatz gibt erstmalig einheitliche
Kriterien vor, wie die Ausbildung von Hubarbeitsbühnen-Bedienern
in Deutschland erfolgen sollte.
Die Vielzahl von schweren und tödlichen Unfällen in den vergangenen
Jahren hat deutlich gezeigt, dass die Bediener von Hubarbeitsbühnen
häufig nicht über die erforderlichen Fertigkeiten und das
notwendige Fachwissen verfügen. Die häufigsten Ursachen für
tragische Unfälle mit Hubarbeitsbühnen waren:
" Verlust der Standsicherheit der Maschine
" Herausschleudern von Personen aus der Arbeitsbühne
" Einklemmen des Bedieners zwischen der Arbeitsbühne und Teilen
der Umgebung.
Nach Kapitel 2.10 der berufsgenossenschaftlichen Regel "Betreiben
von Arbeitsmitteln" (BGR 500) dürfen Mitarbeiter Hubarbeitsbühnen
nur steuern, wenn sie bezüglich der Maschinenbedienung unterwiesen
wurden. Die Unterweisung kann hierbei als Qualifikation der Mitarbeiter
zur sicheren Maschinenbedienung verstanden werden. Hinsichtlich der
Qualifikation der Maschinenbediener gab es aber bisher einige Rechtsunsicherheiten,
weil verbindliche Ausbildungskriterien fehlten. Einige Institutionen
sowie Vermieter von Hubarbeitsbühnen haben bislang eigene Ausbildungskriterien
entwickelt, um den Betrieb von Hubarbeitsbühnen sicherer zu gestalten.
Die Ausbildungsbemühungen dieser Privatinstitutionen und -firmen
waren an die betrieblichen Bedürfnisse angepasst und in der Regel
durchaus hilfreich. Unsicherheiten bezüglich der Ausbildungsdauer
und der Lehrinhalte für die Bediener von Hubarbeitsbühnen
bestanden aber nach wie vor. Der DGUV Grundsatz 966 dient nun dazu,
die Ausbildung der Bediener von Hubarbeitsbühnen zu vereinheitlichen
und den Erfordernissen der Unfallverhütung anzupassen.
Wesentliche Ausbildungsinhalte nach DGUV Grundsatz 966
Die Ausbildung der Bediener von Hubarbeitsbühnen besteht aus einem
theoretischen und einem praktischen Teil. Die Dauer der Ausbildung ist
abhängig vom Typ der Hubarbeitsbühne und der Art ihres Einsatzes.
Sie beträgt aber mindestens einen Tag.
Theoretische Ausbildung
Zur theoretischen Ausbildung gehören die rechtlichen Grundlagen
und Kenntnisse über das einschlägige Unfallgeschehen. Darüber
hinaus muss der Bediener den Aufbau, die Funktionsweise und die bevorzugten
Einsatzmöglichkeiten der verschiedenen Bauarten von Hubarbeitsbühnen
kennen. Allgemeine Sicherheitsre-geln zum bestimmungsgemäßen
Umgang mit der Maschine sind der jeweiligen Bedienungsanleitung zu entnehmen
und ein wichtiger Bestandteil der theoretischen Ausbildung. Insbesondere
müssen die physikalischen Grundlagen zur standsicheren Aufstellung
der Maschine vermittelt werden.
Die Funktionsweise der besonderen Sicherheitseinrichtungen, zum Beispiel
die Korblastmessung und die Lastmomentbegrenzung, sind ebenfalls zu
lehren, da sich hieraus wichtige sicherheitsgerechte Verhaltensweisen
ableiten lassen. Neben den regelmäßigen und außerordentlichen
Prüfungen der Maschine, muss der zukünftige Maschinenbediener
weitere Aspekte kennen lernen. Dazu gehören u. a. der verkehrssichere
Maschinentransport, das Arbeiten im öffentlichen Verkehrsraum sowie
das Arbeiten an oder in der Nähe von elektrischen Anlagen.
Praktische Ausbildung
Die praktische Ausbildung umfasst die Einweisung der Bediener in die
jeweilige Maschinentechnik, die Durchführung der täglichen
Sicht- und Funktionsprüfung sowie das Einüben der Fahr- und
Steuerungsfunktionen. Der standsichere Aufbau bzw. das standsichere
Verfahren der verschiedenen Bauarten ist besonders her-vorzuheben. Bei
Maschinen mit Abstützeinrichtungen ist auf die bestimmungsgemäße
Verwendung der Abstützeinrichtungen zu achten. Hierzu gehört
insbesondere die Verwendung von Unterlegplatten entsprechend der Tragfähigkeit
des Untergrundes am jeweiligen Aufstellungsort. Da der Notablass der
Maschinen im Gefahrfall lebensrettend sein kann, muss der Bediener diese
Funktion ausüben können und in der Lage sein, anderen Personen
die Funktion des Notablasses zu erläutern.
Die Ausbildung endet mit einer erfolgreich abgeschlossenen theoretischen
und praktischen Prüfung. Weitere Hinweise zur Ausbildung sind der
Originalfassung des DGUV-Grundsatzes 966 zu entnehmen. Diese finden
Sie im Internet als PDF-Dokument zum Herunterladen unter www.regelwerk.unfallkassen.de
Was sonst noch zu beachten ist
Neben den konkreten Ausbildungsinhalten gibt der Grundsatz auch Auskunft
darüber, wie die Qualifikation der Ausbilder auszusehen hat. Als
Ausbilder kommen nur solche Personen in Frage, die über ausreichende
Fachkenntnisse und praktische Erfahrungen im Umgang mit Hubarbeitsbühnen
verfügen. Neben den ein-schlägigen Arbeitsschutzvorschriften
müssen sie die jeweilige Bedienungsanleitung der Maschine kennen
und über einschlägige Erfahrungen in der Erwachsenenbildung
verfügen.
An die Bediener von Hubarbeitsbühnen werden hohe gesundheitliche
Anforderungen, z. B. hinsichtlich der Höhentauglichkeit sowie des
Hör- und Sehvermögens, gestellt. Daher sollte die körperliche
Eignung der Mitarbeiter vor erstmaliger Arbeitsaufnahme durch eine ärztliche
Untersuchung, vorzugsweise nach den berufsgenossenschaftlichen Grundsätzen
G 25 "Fahr-, Steuer- und Überwachungstätigkeiten"
sowie G 41 "Arbeiten mit Absturzgefahren", festgestellt werden.
Das Mindestalter für Bediener von Hubarbeitsbühnen beträgt
18 Jahre. Für Jugendliche unter 18 Jahren gelten im Rahmen Ihrer
Berufsausbildung entsprechende Ausnahmen, sofern sie die Maschine unter
fachlicher Aufsicht bedienen.
Nach erfolgreicher Ausbildung und Prüfung erhält der Bediener
vom Unternehmer einen schriftlichenNachweis, zum Beispiel in Form eines
"Bedienerausweises für Hubarbeitsbühnen". Der Bedienerausweis
sollte u. a. die erforderlichen persönliche Daten des Mitarbeiters
(mit Lichtbild), den Ausbildungsträger sowie die Bauarten benennen,
für welche die Ausbildung und Beauftragung zutreffend sind.
Auch die berufsgenossenschaftlichen Seminare BS 12 "Sicherer Umgang
mit Hubarbeitsbühnen" in der Bildungsstätte Linowsee
wurden an den neuen Grund-satz angepasst. Die Seminarteilnehmer erhalten
nach erfolgreicher Prüfung ein Zertifikat.
von Markus Tischendorf
tischendorf.markus@bgetem.de
================================================================================
Baumanagement Himsel
berät Unternehmen zu allen Fragen der Arbeitssicherheit
auch unter m.himsel@baumanagement-himsel.de oder rufen Sie an:
+49 (0) 9144 927304